Nach rund neun Monaten Bauzeit wurde der erste Markttag in der neuen Halle gefeiert– mit einem kleinen offiziellen Eröffnungsakt mitten im Geschehen.
Frische Äpfel, Gemüse, Brot und bekannte Gesichter: Am heutigen Mittwoch zog wieder Leben in die Markthalle am Hofbauerplatz ein. Bereits ab sechs Uhr früh richteten Bäuerinnen und Bauern sowie Lebensmittelproduzent:innen ihre Stände ein und machten den ersten Kund:innen Gusto auf die frischen Produkte unter dem neuen Dach. Nach rund neun Monaten Bauzeit feierte der Hofbauermarkt sein Soft-Opening mitten im Marktgeschehen.
Bürgermeisterin Elke Kahr, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und Marktstadtrat Manfred Eber eröffneten die Halle gemeinsam mit Stadtbaudirektor Bertram Werle, Gesundheitsamtsleiterin Eva Winter, den Marktstandbetreiber:innen und Projektbeteiligten.




















Stimmen zum Projekt
Bürgermeisterin Elke Kahr:
„Der Hofbauerplatz ist für viele Generationen von Eggenbergerinnen und Eggenbergern viel mehr als nur ein Markt. Er ist ein Fixpunkt im Stadtteil, mit dem viele Menschen ganz persönliche Geschichten und Erinnerungen verbinden. Er spielt eine wichtige Rolle in der regionalen Nahversorgung und ist gleichzeitig ein sozialer Treffpunkt. Mit der behutsamen Erneuerung bleibt der Platz, was er immer war: ein unverzichtbarer Teil des Eggenberger Alltags."
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner:
„Der Hofbauermarkt ist der Markt meiner Kindheit. Viele Standler:innen haben mir vor dem Umbau gesagt: Gut, dass hier endlich etwas passiert. Nach mehr als 50 Jahren war die alte Halle am Ende. Wir haben ihre Einzigartigkeit nicht aufgegeben, sondern nach historischem Vorbild neu errichtet - ein neuer Weg im Denkmalschutz, der sogar vom Bundesdenkmalamt gefördert wurde. Der beste Moment ist aber jetzt: Wenn die Bäuerinnen und Bauern zurückkehren, die ersten Kisten ausgepackt werden, Stammkund:innen vorbeischauen und hier jeden Mittwoch und Samstag wieder richtiges Markttreiben herrscht."
Stadtrat Manfred Eber:
„Das lange Warten hat endlich ein Ende. Unsere Bäuerinnen und Bauern können ihre Produkte wieder am Hofbauermarkt anbieten. Der neu gestaltete Platz verleiht dem Markt eine besonders schöne Atmosphäre. Bauernmärkte sind nicht nur wichtig für die Nahversorgung, sondern auch Orte, an denen man sich trifft, plaudert und gerne zusammenkommt."
Stadtbaudirektor Bertram Werle:
„Seit 1922 ist der Hofbauerplatz Marktgebiet - mehr als 100 Jahre später haben wir diesem traditionsreichen Ort ein neues Dach gegeben, ohne seine Geschichte darunter zu begraben. Die 1972 errichtete und später unter Denkmalschutz gestellte Halle war dabei unser architektonisches Vorbild. Ihre markante Form bleibt vertraut, dahinter stecken moderne Technik, zeitgemäße Infrastruktur und viel planerisches Können. Genau das war unser Anspruch: Bewährtes bewahren und gleichzeitig Neues ermöglichen."
Gesundheitsamtsleiterin Eva Winter:
„Wir freuen uns sehr, diese wunderbare Halle wieder mit Leben füllen zu können. Künftig soll sie auch außerhalb der regulären Marktzeiten Platz für Themenmärkte und Veranstaltungen bieten. Die Voraussetzungen dafür wollen wir nun schaffen. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für die hervorragende, von Pragmatismus geprägte Zusammenarbeit"
Viel Neues unter dem vertrauten Dach
Gestartet wurde der Bau unter Leitung der Stadtbaudirektion im Jänner dieses Jahres. Dabei wurden unter anderem die W-förmigen Stahlbetonelemente mit Kränen eingehoben, danach folgten bis zu 24 Meter lange Holzträger. Die rund 650 Quadratmeter große Halle erhielt neue Strom- und Wasseranschlüsse, moderne Beleuchtung, mehr Tageslicht und eine Photovoltaikanlage für den Marktbetrieb. Neu sind auch drei öffentliche Toiletten, darunter eine barrierefreie; alle bieten Wickelmöglichkeiten. Sanierte Terrazzo-Tischplatten und mobile Holztische ermöglichen eine flexible Nutzung.
Ein besonderer Gast hätte der mittlerweile 101-jährige Franz Forstlechner sein sollen, der die ursprüngliche Markthalle 1972 entworfen hatte. Leider mussten er und seine Enkelin Susanne Glatz ihre Teilnahme kurzfristig absagen. Ganz ohne fachkundige Begutachtung bleibt der Neubau aber nicht: Schon während der Bauarbeiten hatten die beiden regelmäßig den Fortschritt unter die Lupe genommen. Auch die „Abnahme" der originalgetreu wiederaufgebauten Halle wollen sie noch im privaten Rahmen nachholen - ganz wie seinerzeit, als Forstlechner sie geschaffen hat, wie seine Enkelin mit einem Augenzwinkern ankündigte.
Mehr Grün rund um den Markt
Rund 1.400 Quadratmeter am Hofbauerplatz wurden neu gestaltet. 23 Gleditschien werden künftig Schatten spenden. Dank größerer Wurzelräume nach dem Schwammstadtprinzip steht den Bäumen gespeichertes Regenwasser zur Verfügung. Dachwasser bleibt möglichst vor Ort; überschüssiges Wasser wird in einer 15.000-Liter-Zisterne zwischengespeichert und kontrolliert versickert. Dazu kommen erneuerte Wege, barrierefreie Übergänge und ein Trinkbrunnen.
Beim gemeinsamen Auftakt kamen auch jene zusammen, die den Neubau geplant, begleitet und umgesetzt haben: Architekt Bernd Pürstl und Robert Walle vom Bundesdenkmalamt. Vladimir Strecansky war in Vertretung von Stadtbaudirektions-Projektleiterin Johanna Regger vor Ort. Gemeinsam mit Bezirksvorsteherin Karin Gruber, Vertreter:innen der Baufirmen und des Bezirks, Vertreter:innen des Marktreferats und den Marktsprecher:innen Andreas Hammer, Susanne Kollmann und Rudolf Sonnleitner haben sie die Rückkehr ganz besonders gefeiert.
Der erste reguläre Markttag beginnt am Samstag, 31. Oktober, um 6 Uhr.
Hofbauermarkt auf einen Blick
- Ursprüngliche Planung: Franz Forstlechner, 1972
- Neugestaltung: Architekt Bernd Pürstl
- Markthalle: rund 650 m²
- Gesamtes Projektgebiet: rund 1.400 m²
- Investition laut Projektbeschluss: rund 3,99 Mio. Euro
- Konstruktion: Stahlbeton und Holz
- Besonderheiten: historische Terrazzo-Markttische, Photovoltaik, neue Marktinfrastruktur und öffentliche WC-Anlage
- Grünraum: 23 neue Bäume (Gleditschien), Schwammstadtprinzip, 15.000-Liter-Zisterne
- Marktangebot: rund 35 Betriebe mit regionalen Lebensmitteln
- Reguläre Marktzeiten: Mittwoch und Samstag, 6 bis 13 Uhr
