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Gegen das Vergessen

Gedenkveranstaltung für die NS-Opfer am Grazer Zentralfriedhof

01.11.2026

Am heutigen Allerheiligentag lud Bürgermeisterin Elke Kahr zur traditionellen Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus beim Internationalen Mahnmal am Grazer Zentralfriedhof.

Gedenkveranstaltung am Internationalen Mahnmal.Bürgermeisterin Elke Kahr (r.) und Vizebürgermeisterin Judith Schwentner bei der Kranzniederlegung.Zahlreiche Vertreter:innen der Stadt, darunter Stadträtin Claudia Unger (3. v. r.) und Stadtrat René Apfelknab, der Ökomene und der Opferverbände sowie die Historiker Stefan Karner (neben Vizebürgermeisterin Schwentner) und Karl A. Kubinzky (2. v. r.) waren gekommen, um der NS-Opfer zu gedenken.Stadtpfarrprobst Ewald Pristavec (l.) und Pfarrer Matthias Weigold sprachen das ökumenische Gebet.Das Bläserensemble der Stadtpfarrkirche Graz unter der Leitung von Helfried Zmug.Historiker Stefan Karner mahnte gegen das Vergessen.Berührende Impressionen des Musikerduos Maigl/Steinrück.Die Vizebürgermeisterin von Maribor, Davorka Pregl, war als Vertreterin der Republik Slowenien angereist.Ein berührender Gedenkakt mit der Conclusio: nie wieder!

"Hütet Freiheit und Frieden, denn wir starben für sie." Diese Inschrift ist in vielen Sprachen am Internationalen Mahnmal am Grazer Zentralfriedhof zu lesen. Sie erinnert daran, wie wichtig und zugleich fragil diese Werte sind. Denn auch zum heutigen Tag warfen die anhaltenden Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten wieder ihre Schatten voraus. "Der Friede muss wortwörtlich hineinbuchstabiert werden in den Alltag und das Leben", appellierte Stadtpfarrprobst Ewald Pristavec, der gemeinsam mit Pfarrer Matthias Weigold mit einem ökumenischen Gebet die Gedenkveranstaltung eröffnete. Gekommen waren Zahlreiche: Mitglieder aus Stadtregierung und Gemeinderat, darunter Bürgermeisterin Elke Kahr, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und die Stadträt:innen Claudia Unger und René Apfelknab, für die Republik Slowenien die Vizebürgermeisterin von Maribor, Davorka Pregl, Vertreter:innen der Ökumene sowie der Opferverbände und viele andere mehr. Was sie alle einte, war der Wunsch: den Frieden in unserem Land aufrecht zu erhalten, keinen Platz für Faschismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft zu lassen und niemals zu vergessen.

Nie wieder!

Nach der Ansprache von Historiker Stefan Karner, der als Vertreter der Verbände der politisch Verfolgten einen Rückblick auf die Steiermark als NS-Hochburg aber zugleich auch unglaublich starkes Zentrum des Widerstandes gab, und Pregls eindrucksvollem Aufruf, für Menschenrechte und Frieden einzutreten, ergriff Bürgermeisterin Kahr das Wort: "Wer den Blick über unsere Grenzen richtet, sieht: Freiheit, Demokratie und Frieden sind an vielen Orten bedroht. Vermeintlich unerschütterliche Prinzipien halten den Krisen unserer Zeit nicht mehr stand", betonte sie und mahnte: "Nur wir selbst können uns davor schützen. Mit unserer Vernunft. Mit unserer Solidarität. Mit unseren Überzeugungen. Denn auch heute wird wieder Stimmung gemacht. Gegen Andersdenkende. Gegen Menschen anderer Herkunft. Gegen Minderheiten. Wir beobachten eine gefährliche Verrohung der Sprache, offenen Antisemitismus und gezielte Online-Attacken auf unser demokratisches System. Die Erinnerung an das NS-Regime und seine Opfer, wäre wertlos, wenn wir das widerspruchslos hinnehmen würden. Aus der Geschichte wissen wir genau, wohin das führt. Denn gerade in der heutigen Zeit wird so vieles in Frage gestellt. Deshalb sind wir heute hier. Um die Lehren zu bekräftigen, die diese Menschen damals aus dem Erlebten gezogen haben: Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Hütet Freiheit und Frieden!"

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