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Graz: Seit 1. Juli ist mobile Pflege leistbarer

01.07.2018

Viele pflegebedürftige Menschen sind gesundheitlich durchaus in der Lage, in ihrer vertrauten Wohnumgebung zu bleiben, konnten sich aber bislang die mobilen Pflege- und Betreuungsdienste nicht leisten. "Das ändert sich mit 1. Juli", freut sich Pflegestadtrat Robert Krotzer. "Grazerinnen und Grazer, die mobile Pflegedienste in Anspruch nehmen, bleiben ab sofort zumindest 863 Euro für die Miete und den Lebensalltag." Möglich wird das durch ein einzigartiges Modell der Zuzahlung durch die Stadt Graz zu Hauskrankenpflege, Pflegeassistenz und Heimhilfe.
graz.at beantwortet die häufigsten Fragen.

Ich brauche Hilfe bei Medikamenteneinnahme und Haushaltsführung, habe aber noch kein Pflegegeld. Wohin kann ich mich wenden?

Am besten ist es, sich direkt an den zuständigen Trägerverein der mobilen Dienste zu wenden. Die werden zu Ihnen kommen, um den Betreuungsbedarf zu erheben. Je nach dem Stadtbezirk, in dem Sie wohnen, ist entweder das Rote Kreuz, die Volkshilfe, der sozialmedizinische Pflegedienst (SMP), das Hilfswerk oder die Caritas zuständig. Eine Übersicht finden Sie hier.

 
Entstehen mir Kosten für die Betreuung?

Die Kosten sind abhängig von Pflegegeld und Einkommen. Es verbleiben Ihnen in jedem Fall aber 863,04 Euro. Das darüberhinausgehende Einkommen muss also für die Pflege verbraucht werden.


Ich bekomme etwa 350 Euro mehr als die Mindestpension. Bin ich auch anspruchsberechtigt?

Ja. Wenn die Kosten für die Betreuungsstunden so hoch sind, dass Ihnen weniger als 863 Euro blieben, bekommen sie die Zuzahlung.

 
Ich beziehe kein Pflegegeld - bleibt mir dennoch der Betrag von 863 Euro zum Leben?

Auch wenn kein Pflegegeld vorhanden ist, können Sie die mobilen Dienste in Anspruch nehmen. Ihnen bleiben auch zumindest die Höhe der Mindestpension von 863,04 Euro. Dennoch sollten Sie bei der zuständigen Pensionskassa einen Antrag auf Pflegegeld stellen.

 
Ich habe eine 24-Stunden-Betreuung, gilt das Modell auch für diese Form der Betreuung?

Nein. Die Ausgleichszahlungen sind Kunden und Kundinnen der mobilen Dienste - Hauskrankenpflege, Pflegeassistenz und Heimhilfe - vorbehalten.

 
Ich habe bis jetzt keine mobilen Dienste in Anspruch genommen, weil ich sie mir nicht leisten konnte, da ich nur Mindestsicherung beziehe. Ich würde aber dringend Unterstützung im Haushalt brauchen, weil ich es alleine nicht mehr zu Hause schaffe.

Sie können jetzt Heimhilfen in Anspruch nehmen. Durch das neue Modell bleiben Ihnen auf jeden Fall die 863 Euro Mindestpension.

 
Ich bin bereits in Betreuung der mobilen Dienste, aber mir bleiben nach Bezahlung der Rechnung weniger als 863 Euro zum Leben. Wo kann ich einen Antrag auf Zuzahlung stellen?

Es ist keine gesonderte Antragstellung notwendig! Die Umstellung auf das neue System erfolgt ab 1. Juli automatisch.


Ich wohne in Graz-Umgebung, gilt das System auch für mich?

Die Kosten gemäß Kliententarifmodell sind nun in der gesamten Steiermark gleich. Die Ausgleichszahlungen, damit Ihnen mindestens 863 Euro bleiben, gibt es allerdings ausschließlich in Graz.

Hanno Wisiak