Die Augartenbrücke in Graz wurde offiziell in 'Alfred-Stingl-Brücke' umbenannt. Die Namensgebung erfolgte am 2. Februar 2026 als Würdigung des ehemaligen Grazer Bürgermeisters Alfred Stingl, der von 1985 bis 2003 im Amt war. Bei der Enthüllung der Gedenktafel waren Bürgermeisterin Elke Kahr, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und SPÖ-Chefin Doris Kampus anwesend. Sie betonten Stingls Menschlichkeit, sein Engagement für die Bürger und seine Rolle als 'Brückebauer'.
Alfred Stingl (1939-2025) war ein sozialdemokratischer Politiker, der sich besonders für benachteiligte Menschen einsetzte. Zu seinen Leistungen zählen die Bewerbung von Graz als Kulturhauptstadt 2003, die Förderung des internationalen Standorts der Universität und der interreligiöse Dialog. Die Augartenbrücke, eine Stahlbetonbogenbrücke aus dem Jahr 1977, verbindet die Bezirke Gries und Jakomini und ist Teil des innerstädtischen Verkehrsnetzes.

Er hätte sein für ihn so typisches, bescheidenes Lächeln im Gesicht getragen, während alle Anwesenden heute mit der Sonne um die Wette strahlten: Altbürgermeister Alfred Stingl hat mit heutigem Tag - posthum - "seine" Brücke bekommen. Die Augartenbrücke, die die Bezirke Gries und Jakomini, verbindet heißt mit Datum 2. Februar 2026 "Alfred-Stingl-Brücke". Der dafür notwendige Gemeinderatsbeschluss wurde am 22. Jänner getroffen.
Bürgermeisterin Elke Kahr zeigte sich bei der Enthüllung der Tafel tief bewegt, ebenso Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und SPÖ-Chefin Doris Kampus. Man war sich einig, dass kein besserer Ort hätte gefunden werden können. "Alfred Stingl war durch und durch Bürgermeister, einer, der hohes Ansehen bei den Grazer:innen genoss. Er wurde als Mensch wie als Politiker allseits geschätzt und geachtet", betonte Kahr. Schwentner erinnerte sich an ihre Kindheit, in der sie oft mit Stingl in der Straßenbahn fuhr: "Ich habe es immer toll gefunden, dass der Bürgermeister Straßenbahn fährt und scheinbar alle Menschen kennt. Seine Nahbarkeit hat mich fasziniert." Kampus wiederum bezeichnete Alfred Stingl als wahren Menschenfreund und Brückbauer: "Er war der Bürgermeister aller Grazer:innen und hat diese Rolle mit ganzem Herzen ausgefüllt."
Ein Dank erging auch an alle, die mitgeholfen haben, dass zwei Tafeln heute die Brücke benennen - eine befindete sich auf der Seite der Synagoge und eine weitere auf der ÖGK-Seite. Darunter die übliche Erklärung, wer der Namensgeber bzw. die Namensgeberin war. Seitens des Stadtvermessungsamts zeichneten Jennifer Klein und ihr Team vom Referat "Hausnummern, AGWR und Straßennamen" für die Umbenennung verantwortlich. Drei bis vier Monate Vorlaufzeit habe es gebraucht, bis die Tafeln aufgestellt werden konnten. Davor seien viele Schritte notwendig gewesen: "Da in diesem Fall keine Anrainer:innen betroffen waren, ging es etwas schneller", schmunzelte Klein.
Zum Namensgeber
Alfred Stingl (28. Mai 1939 bis 29. Mai 2025) war ein bekannter Politiker (SPÖ) und von 1985 bis 2003 Bürgermeister von Graz. Der überzeugte Großkoalitionär und Humanist, dessen größte Freude es war, als Sozialreferent für die Schwächsten zu arbeiten, hat "seiner Stadt" viel hinterlassen. Der Bogen spannt sich vom UNESCO-Welterbe und der Stärkung der internationalen Kompetenz des Universitätsstandorts über Graz 2003 bis zum interreligiösen Dialog und zur ersten Menschenrechtsstadt Europas. Auch im Ruhestand setzte er sich für Menschenrechte und schlechter gestellte Personen ein, seine Frau Elli pflegte er nach ihrem Schlaganfall aufopfernd bis zum Schluss. Zahlreiche Auszeichnungen honorieren seine Leistungen: Ehrensenator der Universität Graz (1988) und der TU Graz (2003), Großes Ehrenzeichen des Landes Steiermark mit dem Stern (2004), Ehrenbürger der Stadt Graz (2005), Ehrenring des Landes Steiermark (2008) etc. Altbürgermeister Alfred Stingl wurde auf dem Grazer Zentralfriedhof beigesetzt.
Zur Augartenbrücke
Die Augartenbrücke, wie sie bis heute hieß, ist eine sogenannte "Bogenbrücke" - und eine der jüngsten Brücken im innerstädtischen Bereich. Sie besteht aus Stahlbeton, ist 65 Meter lang, 18,5 Meter breit und wurde am 18. Oktober 1977 nach einem Jahr Bauzeit unter dem damaligen Bürgermeister Alexander Götz (FPÖ) für den Verkehr freigegeben. Damit war sie Teil des Einbahn-Umleitungssystems zur Verkehrsentlastung der Innenstadt, der entsprechende Gemeinderatsbeschluss fiel im Juni 1976. Ihren ursprünglichen Namen erhielt die heutige Alfred-Stingl-Brücke aufgrund ihres Standortes: Die dreispurige Brücke, die auch einen Radweg hat, überquert die Mur am nördlichen Ende des Augartens und verbindet damit die Zweiglgasse bzw. den Grieskai (Westseite) mit der Grazbachgasse bzw. dem Roseggerkai (Ostseite).


