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Ein Fest für die Menschenrechte

05.05.2026

Jubiläumsfeierlichkeiten der Liga für Menschenrechte im Festsaal des BG/BRG Oeverseegasse. Am Bild: eine Pädagogin und die Direktorin des Lyzeums 2 aus Drohobytsch, Laryssa Pankewytsch, Dietmar Dragarić (Vorsitzender der steirischen Liga für Menschenrechte), Jaroslaw Lopuschanskyj (Bibliothekar und Dolmetscher), Barbara Helige (Präsidentin der Österr. Liga für Menschenrechte), Jutta Weiker-Schwarz (Direktorin BG/BRG Oeverseegasse) mit ihren Kollegen Claudio-Josip Barbas und Nathan Fadainville (v. l.). Nathan Fadainville eröffnete mit dem "Marsch der Priester" aus Mozarts Zauberflöte.Zahlreiche Gäste feierten 100 Jahre Österreichische Liga für Menschenrechte und 80 Jahre Steiermark-Dependance.Der Vorsitzende der Liga Steiermark, Dietmar Dragarić, mit Laryssa Pankewytsch, Direktorin der westukrainischen Partnerschule.Unterzeichnung der Schulpartnerschaftsurkunde zwischen den Direktorinnen Weiker-Schwarz (BG/BRG Overseegasse) und Pankewytsch (Lyzeum 2, Drohobytsch). Beeindruckender historischer Rückblick von den Schüler:innen der Klasse 3b.Bürgermeisterin Elke Kahr erhielt ebenfalls eine Anstecknadel und eine Urkunde der Österreichischen Liga für Menschenrechte.Auch das neue Buch von Dietmar Dragarić "Warum Krieg?" lag bei der Festveranstaltung auf.

"Ich träume von einem Europa, von dem man nicht sagen kann, dass sein Einsatz für die Menschenrechte an letzter Stelle seiner Visionen stand", sagte einmal Papst Franziskus. Ein Ziel, das sich auch die Österreichische Liga für Menschenrechte auf ihre Fahnen geheftet hat. Bereits seit 100 Jahren arbeitet diese ehrenamtlich an Schutz, Verteidigung und Weiterentwicklung der Menschenrechte in Österreich wie auch auf europäischer und internationaler Ebene. Anlässlich dieses Jubiläums hatten sich zahlreiche Mitglieder, Ehrengäste sowie Lehrer:innen und Schüler:innen im Festsaal des BG/BRG Overseegasse versammelt, um gemeinsam zu feiern. Und das gleich zweifach, denn auch die Steiermark-Dependance der Liga kann auf 80 Jahre Wiederbegründung zurückblicken.

Engagement für die Menschenrechte

Das BG/BRG Oeverseegasse war nicht zufällig als Ort der Feierstunde gewählt worden, laufen hier doch viele Spuren zur Liga zusammen. Eduard Speck, der erste Nachkriegsbürgermeister von Graz und früherer Lehrer an diesem Gymnasium, war jener, der sich für den Beitritt der Stadt zur Liga im Jahr 1949 stark gemacht hatte. Hier ging auch der bekannte Grazer Musiker und Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Otto Klein, zur Schule, der als 15-Jähriger gemeinsam mit seinem Vater nach den Novemberpogromen 1938 vielen steirischen Jüdinnen und Juden zur Flucht ins Ausland verhalf und selbst nur knapp der Deportation entging. An ihn und alle anderen jüdischen Schüler:innen, die durch das NS-Regime verfolgt wurden, erinnern Gedenksteine im Eingangsbereich des Gymnasiums. Und auch der Steiermark-Vorstand und Inititator der Festveranstaltung, Dietmar Dragarić, stand dem Gymnasium, in dem er nach wie vor als Schulchronist tätig ist, lange Jahre als dessen Direktor vor. Er wird nicht müde zu betonen, wie wichtig es sei, die Hand auszustreckend und sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen: "Die Erhaltung des Friedens und der Freundschaft über die Grenzen hinaus liegen in der DNA der Liga", betonte er und mahnte: "Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, vorausschauend in Aktion zu treten, um zu verhindern, was nie mehr sein darf." Das große Echo aus der Bevölkerung und die Begeisterung, mit der sich die Jugend anstecken lässt, sind der Lohn für die Bemühungen im Sinne der Menschenrechte. Grantig wird Dragarić nur, wenn er hört: "Wir lernen ohnehin nichts aus der Geschichte", denn: "Die Europäische Union ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass wir gelernt haben, dass wir nach dem Krieg den Völkerhass zwischen Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien überwunden haben. Das lassen wir uns als Liga nicht mehr wegnehmen!"

Schulpartnerschaft mit westukrainischem Gymnasium

Auch das Rahmenprogramm passte perfekt zum Thema. So ertönte gleich zu Beginn der "Marsch der Priester" aus Mozarts Zauberflöte - ein Werk, das bereits vor 100 Jahren bei der Gründungsfeier der Österreichischen Liga für Meenschenrechte gespielt wurde. Neben weiteren musikalischen Darbietungen hatten die Schüler:innen der Klasse 3b einen anschaulichen historischen Rückblick vorbereitet. Zum Jubiläum angereist war zudem eine Delegation des Lyzeums 2 - ein Gymnasium mit erweiterem Deutschunterricht im westukrainischen Drohobytsch. Dessen Direktorin Laryssa Pankewytsch zeigte sich sehr glücklich darüber, dass im Rahmen der Feierlichkeiten die Urkunde über die Schulpartnerschaft offiziell unterzeichnet werden konnte. Für Pankewytsch ein wertvolles Symbol für kommende, wie sie hoffte friedlichere Zeiten. Die Grundfesten dafür in puncto Menschenrechte sind ja bereits gelegt. So wurde auf Dragarić' Initiative hin in Drohobytsch von Graz aus bereits eine "Galizische Liga" begründet.

Schöne Auszeichnung

Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden außerdem etliche Personen mit einer Ehrennadel und einer Urkunde der Liga für Menschenrechte ausgezeichnet, darunter auch Steiermark-Vorsitzender Dragarić. Bürgermeisterin Elke Kahr war zwar terminlich verhindert, ließ aber ausrichten: "Dietmar Dragarić ist in der Steiermark und in Graz der Motor der Liga für Menschenrechte. Sein unermüdlicher Einsatz für Friedens- und Menschenrechtsthemen spiegelt sich auch in seinem ehrenamtlichen Engagement wider, etwa als Vorstandsmitglied im Grazer Friedensbüro. Nicht zufällig und völlig zu Recht wurde er mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Graz 2025 für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Ich freue mich besonders, dass er und alle anderen hier Geehrten bei dieser schönen Feier ein Zeichen der Wertschätzung für ihr Engagement erhalten!"

Ausgezeichnet für die Österreichische Liga für Menschenrechte wurden:

  • Jutta Weiker-Schwarz
  • Helena Kahr
  • Manfred Oswald
  • Werner Götz
  • Dietmar Dragarić 
  • Jutta Willfurth
  • Klaus Perko
  • Jaroslaw Lapuschanskyj
  • Manfred Mohab

Ausgezeichnet für den Alfred-Schachner-Gedächtnisfonds wurden:

  • Klubobmann Hannes Schwarz
  • Landessekretät Florian Seifter

Die Europahymne bildete den musikalischen Schlussakt der Feierstunde, die dann mit einem gemütlichen Beisammensein am Buffet ausklang.

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