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Stadion Liebenau: Umbau um 60 Mio. Euro machbar

07.05.2026
Neustart fürs Liebenauer Stadion.
Neustart fürs Liebenauer Stadion.© ZOOMVP

Neue Studie zeigt: Bis zu 20.100 Plätze, internationale Spiele und 1.700 VIP-Plätze - die Modernisierung des bald 30 Jahre alten Stadions ist auch um weniger Budget technisch möglich.

Die vertiefte Machbarkeitsstudie zur Modernisierung des Stadions Liebenau wird von der Stadtbaudirektion zeitgerecht mit 11. Mai  abgeschlossen- und liefert damit die technische Grundlage für eine weiterhin internationale Fußballstadionlösung. Die zentrale Botschaft ist schon jetzt klar: Auch innerhalb des von Stadt Graz und Land Steiermark vorgegebenen Kostenrahmens von 60 bis 70 Millionen Euro kann Liebenau mit künftig rund 20.100 möglichen Zuschauer:innenplätzen wieder in einer „neuen Liga" mitspielen.

Die präzisierte und mit den Vereinen SK Sturm und GAK 1902 abgestimmte Machbarkeitsstudie wird zeigen, dass trotz sportlicher Budgetvorgaben viele der zentralen Anforderungen des modernen Profifußballs erfüllt werden können. Internationale Spiele sollen möglich bleiben, die Infrastruktur deutlich verbessert werden und auch beim Thema Hospitality geht man künftig in die Offensive.

Bürgermeisterin Elke Kahr: „Das ist das, was für uns - mit großer Kraftanstrengung - machbar ist. Die Vorbereitung des schlanken Umbaukonzepts ist nun abgeschlossen, dem Grundsatzbeschluss im Gemeinderat steht nichts mehr im Wege. Jetzt brauchen wir noch ein solides Betriebskonzept und vor allem das Land mit an Bord."

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner: „Graz hat starke Fußballvereine. Dafür braucht es eine moderne Infrastruktur. Nach Jahrzehnten ist es in dieser Periode endlich gelungen, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und eine gemeinsame, finanzierbare und UEFA-taugliche Lösung zu erarbeiten. Die Stadt ist bereit, ihren Beitrag zu leisten. Jetzt ist das Land gefordert."

SPÖ-Vorsitzende Doris Kampus: „Unser Druck hat Wirkung gezeigt: Nun können wir auf Stadtebene einen Beschluss fassen, der als erster Schritt zu verstehen ist. Für uns war immer klar: Als zweitgrößte Stadt Österreichs haben wir den Anspruch, entsprechende Infrastruktur bereitzustellen. Deshalb stehen wir klar für eine umfassende Modernisierung des Stadions. Jetzt sind das Land Steiermark und Landeshauptmann Mario Kunasek am Zug, ins Handeln zu kommen. Das sind sie den Vereinen, den unzähligen Fans und der Sportinfrastruktur der Sportstadt Graz schuldig."

Stadtbaudirektor Bertram Werle: „Es ist sehr erfreulich, dass nach knapp 30 Jahren nun die Chance für einen Neustart des Stadions Liebenau besteht. Dank der hervorragenden Expertise der beteiligten Büros und Fachleute konnten wir nun trotz eines sportlichen Budgetrahmens gemeinsam mit den Vereinen eine technisch optimale Perspektive für den Grazer Fußball schaffen."

Im Unterschied zur ersten Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2025 stand diesmal die Frage im Fokus: Was lässt sich innerhalb des vorgegebenen Budgets tatsächlich umsetzen?

Mit der nun vorliegenden vertieften Untersuchung wurde der Fokus bewusst neu gesetzt: Gemeinsam mit den Vereinen wurde ein deutlich schlankeres, aber weiterhin leistungsfähiges Stadionkonzept entwickelt, das dennoch viele Stückerl spielen kann.

Zur Vorgeschichte:

Die erste Studie untersuchte gemeinsam mit SK Sturm Graz und GAK 1902 einen möglichen Vollausbau des Stadions mit rund 23.000 Zuschauer:innenplätzen, 2.000 Hospitality-Plätzen sowie voller Eignung für internationale Großveranstaltungen und Länderspiele. Die technische Umsetzbarkeit konnte damals zwar nachgewiesen werden, die geschätzten Kosten lagen jedoch bei rund 120 Millionen Euro plus etwa 30 Millionen Euro für notwendige Grundstücksankäufe.

Das modernisierte Stadion soll künftig:

  • für Bundesliga- und internationale UEFA-Bewerbe geeignet sein
  • rund 15.700 Sitzplätze bieten und durch flexible Steh-/Sitzplatzlösungen auf etwa 20.100 Plätze erweitert werden können
  • weiterhin die gemeinsame Heimstätte von SK Sturm Graz und GAK 1902 bleiben
  • einen neuen Hospitality- und Skyboxbereich für rund 1.700 Gäste erhalten
  • durch die Absenkung des Spielfeldes und den Wegfall des Stadiongrabens deutlich mehr Stadionatmosphäre schaffen
  • neue Kiosk-, Sanitär- und Gastrobereiche bekommen
  • barrierefrei ausgebaut werden
  • Fanströme und Gästesektoren besser trennen
  • technisch umfassend modernisiert werden
  • Dazu kommen neue Medien- und Kamerabereiche, Schallschutzmaßnahmen sowie eine umfassende Erneuerung der haustechnischen und elektrotechnischen Infrastruktur.

Besonders erfreulich aus Sicht der Projektverantwortlichen: Trotz deutlich geringerer Kosten bleiben zentrale Anforderungen des modernen Stadionbetriebs weiterhin erfüllbar. Laut externer Kostenprüfung kann das Projekt aktuell mit rund 60 Millionen Euro netto innerhalb des vorgegebenen Finanzrahmens dargestellt werden.

Geplant ist keine massive Erweiterung, sondern ein tiefgreifender Zu- und Umbau des bestehenden Stadions, das nicht nur modernisiert wird, sondern als Sportstätte auch in einer neuen Optik und Ausstattung Punkte macht. Große Teile der heutigen Struktur – insbesondere die Tribünen im Norden, Osten und Süden inklusive Dach – bleiben erhalten. Auch kostspielige Grundstückankäufe sind nicht notwendig. Genau darin liegen auch die entscheidenden Unterschiede zur ersten großen Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2025.

Erarbeitet wurde die Studie unter Leitung der Stadtbaudirektion gemeinsam mit der Stadion Graz Liebenau GmbH, externen Fachkonsulent:innen – darunter das Architekturbüro Wimmer ZT GmbH – sowie den beiden Vereinen. Begleitet wurde der Prozess von einem Lenkungsausschuss mit Vertreter:innen aller relevanten Stellen. Die vorliegende Studie stellt eine technische Machbarkeitsprüfung dar. Detailfragen zu Genehmigungen und Bewilligungsverfahren können erst im Zuge konkreter weiterer Planungsschritte beurteilt werden.

 

Wie geht es nun weiter?

Im kommenden Gemeinderat soll nun ein Grundsatzbeschluss für die weitere Projektentwicklung gefasst werden. Die Finanzdirektion soll dabei gemeinsam mit dem Land Steiermark, den Vereinen und der Stadion Graz Liebenau GmbH die wirtschaftlichen Grundlagen für ein nachhaltiges Betriebskonzept erarbeiten sowie die notwendigen vertraglichen Rahmenbedingungen und Nutzungsrechte vorbereiten.

Die Stadtbaudirektion soll auf Basis der vorliegenden Machbarkeitsstudie „Modernisierung Stadion Liebenau" und der wirtschaftlichen Vorgaben in weiterer Folge einen Planungsbeschluss für Herbst 2026 vorbereiten.

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