MEMOR ist das digitale Gedenkbuch und gleichzeitig Denkmal für die Grazer Opfer des Nationalsozialismus. Es dokumentiert die Biographien der Grazer Opfer der NS-Zeit zwischen 1938 und 1945 und verzeichnet sie an ihren letzten freiwilligen Wohnadressen der Stadt Graz.
MEMOR lautet der Titel des digitalen Gedenkbuchs, das im Graz Museum präsentiert wurde. Es ist das Ergebnis jahrelanger akribischer Recherchearbeit und ein digitales Denkmal für die Grazer Opfer des Nationalsozialismus. MEMOR dokumentiert ihre Biographien zwischen 1938 und 1945 und verzeichnet sie an ihren letzten freiwilligen Wohnadressen in der Stadt Graz.
Zur abendlichen Präsentation begrüßte Sibylle Dienesch, Direktorin des Graz Museums, unter anderem Bürgermeisterin Elke Kahr und mehr als 80 Gäste.
"Ich bin dankbar dafür, dass das Team um Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht etwas fertiggestellt hat, das längst überfällig für die Stadt Graz war. Eine Plattform, die an die Opfer des NS-Regimes erinnert, sie sichtbar macht. Es gibt einige Dokumentationen aus dieser Zeit, was aber bisher gefehlt hat, ist, dass man den Opfern ein Gesicht, einen Namen gibt", betonte die Bürgermeisterin.
Neben Heimo Halbrainer, CLIO Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit, waren an dem Projekt unter anderem auch Gerald Lamprecht und Paul Ulrich, Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz und Heribert Macher-Kroisenbrunner, Universalmuseum Joanneum, beteiligt.
Auf der Plattform ns-opfer-graz.at führt eine digitale Karte zu den letzten Wohnorten der Grazer Opfer der NS-Zeit. Über eine Biografieübersicht gelangt man zu den einzelnen Personen.


Zu MEMOR
Die Daten von MEMOR stützen sich auf umfangreiche Recherchen in Archiven, Opfer-Datenbanken und Publikationen etwa aus dem Steiermärkischen Landesarchiv, dem Stadtarchiv Graz, aber auch aus dem Bundesarchiv Berlin oder der National Library of Israel.
MEMOR soll sowohl als historisches Archiv als auch als Bildungsinstrument dienen und eine interaktive Plattform sein, die individuelle Opfergeschichten würdigt und außerdem breitere Verfolgungsmuster sichtbar macht. Durch die Digitalisierung der Geschichte der Opfer und durch die lokale Verortung der einzelnen Verfolgungsgeschichten im Grazer Stadtraum ist es jederzeit möglich, mehr über einzelne Personen, Personengruppen aber auch einzelne Bezirke oder Straßen zu erfahren.
Aktuell werden recherchierte NS-Opfer, die zum Zeitpunkt der NS-Machtübernahme im Jahr 1938 im Grazer Stadtgebiet ihren Lebensmittelpunkt hatten, in MEMOR dokumentiert und vorgestellt. Sie werden entsprechend den Gründen ihrer Verfolgung vorgestellt.
Ziel ist es, den Grazer NS-Opfern ihre Geschichte wiederzugeben, sie aber auch sichtbar zu machen. Um das zu erreichen, wird auch an die Bevölkerung appeliert: Wer weiterführende Informationen zu den verzeichneten Opfern oder bislang nicht bekannten Opfern hat, kann mit dem MEMOR-Team Kontakt aufnehmen unter memor.graz@uni-graz.at.
Hier ist das digitale Gedenkbuch einsehbar: ns-opfer-graz.at
In Kürze führt auch ein Link auf der städtischen Website graz.at zu MEMOR.
