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Graz feiert eine seiner ältesten Schulen

250 Jahre Volksschule BIPS Krones

22.05.2026

Was 1776, zwei Jahre nach der Einführung der Unterrichtspflicht durch Kaiserin Maria Theresia, als eine der ersten Schulen Österreichs für Mädchen und Buben gleichermaßen öffnete, ist heute ein lebendiges Zentrum für Mehrsprachigkeit, Integration und Weltoffenheit: Die Volksschule BIPS Krones in Graz feiert heuer ihr 250-jähriges Bestehen - ein Jubiläum, das heute Freitag, dem 22. Mai 2026, im Rahmen einer großen Feier im Schulgebäude begangen wurde.

Zahlreiche Ehrengäste rund um Bürgermeisterin Elke Kahr (4. v. l.) und Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner (3. v. r.) waren gekommen, um gemeinsam mit Direktorin Regina Pock (M.) das 250-Jahr-Jubiläum der Volksschule BIPS Krones zu feiern. Künstler Tom Lohner verantwortete die Malstation.Die Kinder waren mit Begeisterung am Werk.Gleich im Eingangsbereich wird man über die historischen Stationen der Schule informiert.Künstlerin Alexander Riewe (rot-weiße Bluse) rückte die Schulgeschichte in einer Ausstellung ins Blickfeld.

Das Jubiläumsfest wurde von einem liebevoll gestalteten Programm begleitet. Unter den Gratulant:innen fanden sich u. a. Bürgermeisterin Elke Kahr, Andrea Graf, Leiterin des Bereichs Pädagogischer Dienst in der Bildungsdirektion, Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner, Winfried Ranz-Krainer von der Abteilung für Bildung und Integration sowie der Bezirksvorsteher von Jakomini Valentin Gritsch, die alle die Bedeutung der Schule für die Grazer Bildungslandschaft würdigten. Ganz vorne mit dabei auch der österreichische Künstler Tom Lohner, der sich aktiv in das Festprogramm einbrachte und die Malstation für die Schulkinder verantwortete.

„250 Jahre VS Krones sind nicht nur ein Schuljubiläum - das ist Grazer Stadtgeschichte", betonte Direktorin Regina Pock. „Was uns trägt, ist die Gemeinschaft: Kinder, Eltern, Lehrende und Menschen dieser Stadt, die seit Generationen gemeinsam lernen und wachsen." Die „Krones" sei immer eine Schule für alle gewesen - offen, engagiert und nah an den Menschen. Das lebe sie bis heute. In diese Kerbe schlug auch die Grazer Bürgermeisterin: „In dieser Schule wird Integration tatkräftig gelebt. Sie zeichnet sich durch die extreme Wertschätzung der Pädagoginnen und Pädagogen aus, die ihr Bestes geben, die Kinder in jeder Hinsicht stark fürs Leben zu machen. Herzlichen Dank dafür!" Und Hohensinner betonte: „Ich durfte diese Schule die vergangenen zwölf Jahre begleiten. Hier stehen besonders drei Dinge im Vordergrund: die tolle Leitung, der Lehrkörper, der bereit ist, mit Herzblut Extrameilen zu gehen, und das in Österreich nahezu einzigartige Konzept mit dem Englischschwerpunkt, das für den Wirtschaftsstandort Graz eine große Bereicherung darstellt."

250 Jahre in einem Schulkeller – und einer Ausstellung

Das Herzstück des Jubiläumsjahres ist eine sorgsam und mit Leidenschaft entwickelte Ausstellung, die derzeit im Schulgebäude in der Münzgrabenstraße zu besichtigen ist. Konzipiert wurde sie von Künstlerin Alexandra Riewe gemeinsam mit einem engagierten Team der Schule. Für das Projekt wurden alte Chroniken, Briefe und Schriften aus dem Schulkeller geborgen, ehemalige Absolvent:innen wurden befragt und führten Zeitzeug:innengespräche mit den heutigen Schulkindern. Den Abschluss bildet ein besonderer Blick in die Zukunft: Kinder aus allen Klassen haben selbst ihre Vorstellungen von einer Schule in weiteren 250 Jahren entwickelt - eine Gegenüberstellung von gestern, heute und übermorgen, die begeistert und berührt. „Die Geschichte dieser Schule steckt buchstäblich in ihren Mauern und in ihrem Keller", sagte Riewe. „Es war ein Privileg, diese Schichten freizulegen und sichtbar zu machen." 

Beim Jubiläumsfest hatten die Schulkinder nun die Möglichkeit, die Geschichte hautnah zu erleben: An verschiedenen Stationen konnten sie Spiele ausprobieren, die bereits vor 250 Jahren gespielt wurden. Künstler Tom Lohner verwandelte zudem die Malstation in einen kreativen Mittelpunkt des Festes - mit sichtlich großer Begeisterung auf allen Seiten.

Eine bewegte, inklusive, polyglotte Schule

Die Volksschule Krones gehört zu den ältesten Schulen Österreichs. Sie wurde 1776 gegründet - zwei Jahre nach der wegweisenden Schulreform Kaiserin Maria Theresias - und öffnete von Beginn an ihre Tore für Mädchen und Buben. Über Jahrhunderte und mehrere Standorte hinweg hat sie sich zur modernen, mehrsprachigen und inklusiven Volksschule entwickelt, die sie heute ist. „BIPS" steht übrigens seit 1997 für „Bilingual Primary School", denn die Volksschule ist heute eine der wenigen in Österreich, die Englisch bereits ab der ersten Klasse als Arbeitssprache einsetzt - unterrichtet ausschließlich von Native Speakers. In jeder Schulstufe wird zudem eine Integrationsklasse geführt, geleitet von Volksschullehrerinnen gemeinsam mit Sonderpädagoginnen. Multikulturalität, Inklusion und Weltoffenheit sind hier kein Leitbild auf dem Papier, sondern gelebter Schulalltag. Einen wesentlichen Anteil daran trägt der Elternverein unter der Leitung von Obfrau Julia Warnick-Kolar: Ob jährlicher Benefizlauf, Herbstfest oder Sommerfest - die Schule lebt von der aktiven Beteiligung ihrer Gemeinschaft - und das an zwei Standorten: dem Haupthaus in der Münzgrabenstraße 18 sowie einer Expositur in der Brockmanngasse.

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