Im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 18. Juni wurde Barbara Kasper von Bürgermeisterin Elke Kahr für ihr jahrzehntelanges Engagement im Grazer Friedensbüro gewürdigt und offiziell verabschiedet.
Bereits Ende Mai wurde bei der Generalversammlung des Grazer Friedensbüros ein neuer Vorstand bestellt. Dabei übergab Barbara Kasper den Vorsitz an Sigrid Binder. Seit der Gründung des Friedensbüros im Jahr 1988 gehörte Kasper dem Vorstand an, zuletzt zwei Perioden lang als Vorsitzende.
Barbara Kasper prägte über Jahrzehnte die Friedens-, Menschenrechts- und Frauenarbeit in Graz. Als Lehrerin an der Projektschule Graz entwickelte sie pädagogische Konzepte, um Menschenrechtsthemen im Schulalltag zu verankern. Darüber hinaus engagierte sie sich unter anderem als Obfrau der Landesarbeitsgemeinschaft der UNESCO-Schulen für Friedenserziehung und internationale Verständigung.
Müssen noch eine Menge tun
Auch die Gleichstellung von Frauen war ihr stets ein besonderes Anliegen. Von 1995 bis 1998 war sie als Nachfolgerin von Grete Schurz die zweite unabhängige Grazer Frauenbeauftragte. Für ihr langjähriges Wirken wurde sie 2021 mit dem Grazer Menschenrechtspreis ausgezeichnet. In der damaligen Laudatio wurde ihr unermüdlicher ehrenamtlicher Einsatz für Frieden und Menschenrechte auf kommunaler Ebene besonders hervorgehoben.
„Mir ist bewusst, dass ich das Glück habe, in Friedenszeiten und in einem Sozialstaat aufgewachsen zu sein. Da hat man das Gefühl, man muss etwas zurückgeben. Wir sind aber noch nicht am Ende und müssen noch eine ganze Menge für diese Stadt, dieses Land und diese Welt tun", betonte Barbara Kasper bei ihrer Verabschiedung.
Ganz verabschieden wird sich Barbara Kasper allerdings nicht: Dem Friedensbüro bleibt sie weiterhin als Ehren- und Beiratsmitglied verbunden. Darüber hinaus engagiert sie sich weiterhin in zahlreichen Initiativen für Menschenrechte, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.


