Tummelplatz neu

Baustart für gutes Wachstum am Tummelplatz
Baustart für gutes Wachstum am Tummelplatz© Wolfgang Timmer, Julia Fröhlich, Martin Konrad

Vom Platz zum Zähmen und Zureiten von Pferden im 16. Jahrhundert über den beleuchteten „Ufolandeplatz" samt Fußgängerzone anno 1991 bis zum grünen Freiluftwohnzimmer – die Anforderungen an den Grazer Tummelplatz haben sich im Laufe der Zeit massiv geändert und die Sanierung des desolaten Platzes wurde immer dringlicher.

Somit starten Mitte Februar 2026 die Bauarbeiten für den klimagerechten Platz nach den Plänen von konstruktiv Architektur & weeSt Architekten, die Fertigstellung ist für Sommer 2027 vorgesehen. Die Aufgabenstellung war eine durchaus herausfordernde. Gilt es doch das Areal zu begrünen, sowohl Ruheflächen als auch gute Wegeverbindungen für den Fuß- und Radverkehr unter einen Hut zu bringen, genügend Raum für Märkte zur Verfügung zu stellen und für Grazer:innen aller Altersgruppen einen Platz zum Verweilen sowie zum Entfalten zu schaffen.

Um die Beeinträchtigungen während der Arbeiten möglichst gering zu halten, haben persönliche Gespräche mit ersten Gewerbetreibenden und Institutionen vor Ort bereits gestartet und werden auch weitergeführt.

Im Umfeld des Tummelplatzes finden Anrainer:innen in den ersten Tagen nach den Weihnachtsferien in ihren Briefkästen auch den aktuellen Folder mit wichtigen Infos zum Umbau.

  • Beteiligung: Befragung: 419 Fragebögen wurden von Bürger:innen und Gewerbertreibenden im Vorfeld ausgefüllt, die Interessengemeinschaft „Attraktiver Tummelplatz" war auch bei der Jurysitzung involviert, Schüler:innen-Befragung der 7. Schulstufen des Akademischen Gymnasiums.
  • Architekturwettbewerbssieger-Team: Wolfgang Timmer, Julia Fröhlich, Martin Konrad von konstruktiv Architektur & weeSt Architekten.
  • Projektgebiet: Tummelplatz samt seitlichem Zubringer: 3.167 m2, Bürgergasse bis Salzamtsgasse: ca. 546 m2, Bischofsplatz inkl. Schlossergasse: 1.453 m2.; Gesamt: 5.166 m2
  • Baumstandorte: Sechs bestehende Bäume bleiben erhalten, zwei werden ersetzt. In Zukunft zusätzlich 7 großkronige Bäume wie Gleditsia triacanthos, 15 kleinere und 11 mittelgroße Bäume (wie Bsp.: Felsenbirne, Hartriegel, Kaukasuseiche...) im Schwammstadtprinzip.
  • Belag: In der historischen Altstadt gehen die linear angeordneten, großformatigen Platten aus hellem Granit in kleinformatige Pflastersteine über. 
  • Beleuchtung: Abgehängte Beleuchtung sowie Stelen mit dynamischer Beleuchtung, wobei sich die Intensität dem unterschiedlichen Nutzungsbedarf anpasst.
  • Verkehrserschließung: Ladezonen bleiben auch am Seitenarm des Tummelplatzes bestehen, Bäume ersetzen die bisherigen 12 Kfz-Abstellplätze, Parken für Menschen mit Behinderung ist weiterhin möglich. In der Bürgergasse sind Ladezonen-Plätze eingeplant, der Behindertenstellplatz bleibt ebenso wie die am Bischofsplatz bestehen, vier Kfz-Stellplätze werden in der Bürgergasse aufgelassen.
  • Kühler Kopf statt „Hot spot": Durch intensive Durchgrünung in unterschiedlichen Schichten (Stauden, niedrige Gehölze, Bäume) wird das aktiv in den Boden eingetragene Regenwasser verdunstet. Es entsteht eine kühle und behagliche Atmosphäre. Der Schatten der Vegetation reduziert die Erwärmung der Oberflächen und schafft attraktive Aufenthaltsorte. Wasserspiele und Trinkwasserbrunnen stellen darüber hinaus Abkühlungsmöglichkeiten dar. Auf Wunsch vieler Betroffener vor Ort sollen künftig Oberflächenwässer durch das Schwammstadtprinzip leichter versickern können, zusätzlich entlasten Sickeranlagen bei Starkregenereignissen das Kanalsystem. 
  • Geplante Kosten: 7,35 Mio. Euro.
  • Geplante Bauzeit: Februar 2026 bis Sommer 2027
  • Beteiligte: Das Projekt muss viele „Stückerl" spielen, das sieht man auch an der Anzahl der involvierten städtischen Abteilungen: von der Stadtplanung, der Stadtbaudirektion Verkehrsplanung über die Abteilung für Grünraum- und Gewässer, Straßenamt, Marktamt, Magistratsdirektion, Präsidialamt, Finanzdirektion, Amt für Jugend- und Familie, Holding Graz Stadtraum, Citymanagement bis hin zur Stadtvermessung und der Abteilung für Immobilien.
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