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Maßnahmenprogramm Grazer Stadtbaum

Mit Bäumen dem Klimawandel trotzen!

wertvolle Stadtbäume
wertvolle Stadtbäume© Foto Fischer
Bäumen gute Bedingungen für kräftiges Wachstum schaffen
Bäumen gute Bedingungen für kräftiges Wachstum schaffen© horizonfilms Moritz Wehr
Potentiale und Wirkungen von Pflanzenkohle in Substraten testen und evaluieren
Potentiale und Wirkungen von Pflanzenkohle in Substraten testen und evaluieren © horizonfilms Moritz Wehr
neuartige Baumsanierung als zweite Chance für Bestandsbäume
neuartige Baumsanierung als zweite Chance für Bestandsbäume© horizonfilms Moritz Wehr
Vernetzung mit (inter)nationalen ExpertInnen
Vernetzung mit (inter)nationalen ExpertInnen© Penta Media Mostögl

Bäume erfüllen in unserer Stadt wichtige Funktionen für Gesellschaft und Umwelt. Sie spenden uns Schatten. In ihrem Wurzelbereich speichern sie Regenwasser und geben die Feuchtigkeit über ihre Blätter wieder an die Luft ab, womit sie effektiv unsere Umgebung kühlen. Bäume filtern die Luft und produzieren Sauerstoff den wir atmen. Sie binden Kohlenstoff und speichern diesen dauerhaft in ihrem Holz. Bäume und Pflanzbeete bieten Lebensräume für vielfältige Tierarten und Erholungsorte für uns Menschen - auch an Alltagswegen. Bäume sind eine Grundlage unserer Lebensqualität und ein Schlüssel zur Bewältigung der Klimakrise in unserer Stadt.

Einen dichten nachhaltig vitalen Baumbestand in der Stadt Graz zu schaffen und zu erhalten ist ein vorrangiges Ziel der Abteilung für Grünraum und Gewässer in der Stadt Graz.

Bäume sind in der Stadt aber ganz besonders unter Druck: Sie leiden unter versiegelten Oberflächen, weil sie von Wasser und Luft abgeschnitten sind. Ihre Wurzeln stoßen an Grenzen im verdichteten Untergrund. Im Winter versickern salzige Niederschlagswässer. Es gibt viel Konkurrenz um wenig Platz im Stadt- und Straßenraum. In Folge des Klimawandels kommt es zu immer längeren Trockenperioden und mehr Hitzetagen, die Menschen wie Bäumen zusetzen. Geschwächte Bäume sind anfälliger für Krankheits- und Schädlingsbefall. Niederschläge kommen in Folge des Klimawandels immer öfter als punktuelle Starkregenereignisse vor, die Kanalsystem und Kläranlage überlasten, wodurch es zu massiven Überflutungen kommen kann - dabei fließt das wertvolle Wasser aber in großer Menge in kurzer Zeit ab und steht den Bäumen in der Stadt nicht ausreichend zur Verfügung

All dies hat zur Folge, dass sich die Vitalität der Baumbestände mitteleuropäischer Städte kontinuierlich rapide verschlechtert. 

Mit dem Maßnahmenprogramm Grazer Stadtbaum 2020 - 2022 arbeitet die Abteilung für Grünraum und Gewässer proaktiv an der Bewältigung dieser Herausforderungen.

Dabei werden innovative Pilotprojekte im Grazer Stadtraum geplant und realisiert, aber auch begleitende Forschung und Evaluierung von verschiedenen Maßnahmen beauftragt. Wir entwickeln und evaluieren

  • Baumsubstrate auf Pflanzenkohlebasis
  • Methoden zur Sanierung von Baumstandorten im Bestand
  • Stadardbautypen von Grazer Stadtbäumen
  • die Machbarkeit der Errichtung einer Pflanzenkohleanlage

Wir entwickeln neue Herangehensweisen gemeinsam mit ExpertInnen und StakeholderInnen und stehen in direktem Erfahrungsaustausch mit Europas führenden Städten im Bereich Stadtbäume. Ein Video der letzten gemeinsamen Exkursion mit unseren Wiener KollegInnen und den von uns hochgeschätzten schwedischen ErfinderInnen des sogenannten Stockholmsystems gibt es hier zu sehen.

Mehrfachnutzen durch Stadtbäume

Wir wollen zeigen, dass Stadtbäume nicht nur eine Aufwertung des öffentlichen Raums durch Begrünung, Beschattung und Kühlung, sondern auch eine Entlastung der Kanalisation durch dezentrale Versickerung - „Schwammstadtprinzip" - sowie langfristige Kohlenstoffbindung ("Kohlenstoff-Senke") durch Anwendung von Pflanzenkohlesubstraten leisten.

Stadtbäume sollten uns allen - BürgerInnen, Verwaltungsabteilungen und Politik viel wert sein! Für eine klimawandelresiliente, lebenswerte und lebendige Stadt Graz.

 

Demonstrationsprojekte Maßnahmenprogramm Teil I 2020-2022

Anhand von Umsetzungsprojekten an den Standorten Leonhardstraße und Leonhardgürtel , Köflachergasse und Krausgasse soll die Verbindung von Aufwertung des öffentlichen Raums durch Begrünung, Entlastung der Kanalisation durch dezentrale Versickerung ("Schwammstadtprinzip") sowie Kohlenstoffbindung durch Anwendung von Pflanzenkohlesubstraten ("C-Senke") erprobt und damit der langfristige Mehrfachnutzen von neuen Baumstandorten in Graz dargestellt werden.

Stockholm-Bäume LeonhardstraßeStockholmbäume Leonhardstraße: Regenwasser über Einlaufschacht zum Baum statt in den Kanalhöhere Zuwächse bei StockholmbäumenPilotprojekt Sanierung von Bestandskastanien am LeonhardgürtelPilotprojekt Sanierung von Bestandskastanien am LeonhardgürtelBaumpflanzung neue Baumreihe LeonhardgürtelPflanzenkohle filtert, bindet Schadstoffe und speichert Wasser, Nährstoffe und bietet Lebensraum für MIkroorganismenStockholmsystem sichert langfristig Wurzelraum, Luft, Wasser und Nährstoffeim untergrund sanierte Kastanienbaumreihe Leonhardgürtelneue Schwammstadt-Baumreihe LeonhardgürtelStockholm-Baumreihe KöflachergasseSchwammstadt-Baumreihe KrausgasseSchwammstadt-Baumreihe KrausgasseSchwammstadt Krausgasse: Regenwasser ins Pflanzbett statt in den KanalSchwammstadt Kreislauf-Systemgrafik

Demonstrationsprojekte Maßnahmenprogramm Teil II 2021-2023

  • Baumpflanzungen in städtischen Volks- und Mittelschulen, Kindergärten und Horten
    Ausgangssituation: Freiräume von Schulen sind häufig wenig strukturiert, teilweise kaum mit Baumschatten ausgestattet und werden damit den Bedürfnissen und Potentialen von Kindern und Jugendlichen, welche dort häufig auch ganztägig unterrichtet und betreut werden nicht gerecht.
    Ziel: Bäume und Baumgruppen als dreidimensionale Lebensräume mit ihren Leistungen für ein verbessertes Mikroklima, mehr Artenvielfalt und höhere Aufenthaltsqualität in Freiräumen von städtischen Schulen sowie Kindergärten, Kinderkrippen und Horten etablieren.
    Angeregt von der großen Resonanz auf den Klima-Kultur-Pavillon 2021 am Grazer Freiheitsplatz könnten an passenden Standorten "Klima-Kultur-Wäldchen" neue attraktive Klima-, Kommunikations-, Rückzugs- und Lernorte für die Kinder, Jugendlichen und das pädagogische Personal schaffen.
  • Baumneupflanzungen und Sanierung von bestehenden Baumstandorten in der Grazer Altstadt
    Ausgangssituation: Insbesondere im dicht verbauten und stark versiegelten Gebiet in der Grazer Altstadt kommt es in Folge des Klimawandels vermehrt zu Hitzeinseleffekten. Auch Bestandsbäume leiden unter Hitzestress und Platzmangel.
    Ziel: Im Sinne der Klimawandelanpassung, sollen innerstädtische Plätze strategisch durch Baumneupflanzungen im Stockholmsystem von deren klein-klimatischen Leistungen (nachhaltiges lokales Regenwassermanagement, Verdunstungskühlung und Beschattung) profitierten. Wichtige großkronige Bäume auf zentralen Plätzen sollen durch aufwändige neuartige Sanierungsmaßnahmen erhalten und ihnen damit die Voraussetzungen für ein zweites Leben im Sinne von Vitalität und Zuwachs geboten werden.
  • Baumpflanzungen auf städtischen Grünflächen (Spiel- und Sportplätze sowie Parkanlagen)
    Ausgangssituation: Insbesondere größere Grünflächen und Parkanlagen haben eine besondere Wirkung und Rolle für eine Klimaausgleichsfunktion bei Hitzetagen (vgl. Lazar 11.2015). Freie Wiesenflächen und Wege erwärmen sich wesentlich mehr, wohingegen durchgängig Baum-beschattete Flächen eine Abkühlung der Lufttemperatur bewirken.
    Ziel: MIt zusätzlichen Baumpflanzungen die Aufenthaltsqualität auf Spiel- und Sportplätzen sowie in Parkanlagen verbessern und gleichzeitig die kleinklimatische Kühlungsleistung dieser Flächen für die Nachbarschaft ausbauen. Damit Orte der Erholung und Entspannung an Hitzetagen in allen Grazer Stadtteilen entstehen.

Nana Pötsch

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